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Nigel "Sharkey" Ward: Sea Harrier over the Falklands

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Erhältlich bei Amazon für 10,99

Rezension: Commander "Sharkey" Ward, Sea Harrier over the Falklands. A Maverick at war, London 2005.

 

Der Autor, Commander Nigel "Sharkey" Ward, beschreibt in seinem erstmals 1992 veröffentlichten und 2005 überarbeiteten Buch seine Erlebnisse im Falklandkrieg. Dabei vertritt er ziemlich direkt eine von der offiziellen Version abweichende Sicht auf die damaligen Ereignisse und besonders auf die Entscheidungen und Fehler, die auf britischer Seite gemacht wurden.

Zur Person des Autors: "Sharkey" war CO der No 801 NAS (Naval Air Squadron), einer der beiden im Falklandkrieg eingesetzten "Sea Harrier"-Staffeln der Royal Navy. Darüberhinaus war er in den Jahren vor dem Krieg sehr stark an der Truppenerprobung und Einführung des "Sea Harrier" bei der Royal Navy beteiligt und galt daher als "Mr. Sea Harrier".

Die erste Hälfte des Buches wird von der Alarmierung, Einschiffung und der langen Fahrt der Task Force zu den Falklands eingenommen. Diese Zeit wird intensiv mit Übungen und Erprobungen genutzt. Schon hier beschreibt Ward aufkommende Konflikte mit seinen Vorgesetzten, die aus seiner Sicht keine Ahnung von den Fähigkeiten seines Waffensystems haben. So muss er immer darum kämpfen, dass die - seiner Meinung nach - richtigen Maßnahmen ergriffen werden.
Durchsetzt ist das Kapitel mit Rückblicken auf "Sharkeys" vorangehende Laufbahn. Er zeichnet ein Bild eines kompromisslosen Offiziers, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt, sich mit Vorgestzten anlegt und für seine Untergebenen einsteht. Dies ist sicherlich zum Teil auch Selbstdarstellung, denn an Selbstvertrauen fehlt es ihm ganz bestimmt nicht.

Im Seegebiet vor den Falklands eingetroffen, beginnt der Krieg für "Sharkey" und seine Staffel. Entgegen der Prophezeiungen der britischen Presse schlagen sich die beiden "Sea Harrier"-Staffeln sehr gut gegen die argentinische Luftwaffe und auch der Autor erzielt drei Luftsiege. Die Luftkämpfe und die Einsätze im Allgemeinen werden sehr detailliert beschrieben und die Gegebenheiten eines modernen Luftkrieges werden dem Leser sehr eindrücklich nahegebracht.

Der Krieg nimmt seinen Lauf und herbe Rückschläge können nicht verhindert werden: Mehrere britische Schiffe werden versenkt. Hier kommt Wards allgegenwärtige Kritik an der Führung wieder voll zum Tragen: Hätte man seine Ratschläge befolgt, seine Pläne zur Verteidigung der Flotte umgesetzt, wäre das nicht passiert - schreibt er. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und teilt in alle Richtungen kräftig aus, so dass es scheint, dass es außerhalb seiner Staffel und abgesehen vom Kapitän des Trägers HMS Invincible, "JJ", keinen vernünftigen Soldaten in der Task Force gegeben hätte. Besonders an der Schwesterstaffel, No 800 NAS, und dem Admiral und seinem Stab lässt er kaum ein gutes Haar. Wards Kritik klingt oft sehr arrogant, aber trotzdem ist man bei genauer Betrachtung der Sachlage geneigt, ihm meistens zuzustimmen.
Insgesamt ist die beschriebene Situation schon fast amüsant: Ward verbringt beinahe mehr Zeit damit, sich mit seinen Vorgesetzten zu streiten, als Krieg zu führen. Oder, wie er es selbst ausdrückt, "[he] had two wars to fight."
Er ist aber auch durchaus zur Selbstkritik fähig, denn eigene Fehler werden nicht verschwiegen. Dies trägt zu seiner Glaubwürdigkeit bei.

Das Buch selbst ist in einem recht umgangssprachlichen Englisch geschrieben. Ward ist kein Philosoph; er nennt die Dinge beim Namen. Und das oft mit deftigen Ausdrücken. Das macht das Buch zu einem Lesegenuss, denn dadurch wirkt es unverfälscht und authentisch. So reden Sodaten nunmal. Zwischendrin lockern immer wieder Anekdoten das Geschehen auf, die mit trockenem und bissigem britischen Humor erzählt werden.

Abgerundet wird das Buch mit einem Glossar über fliegerische Begriffe und den Navy-Slang, denn wer weiß schon, dass mit "Light Blue" die Royal Air Force gemeint ist?

Fazit: Sehr zu empfehlen. 

 


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