Museumsvorstellung: Luftfahrtmuseum Finowfurt
Geschrieben von dochiq am 21. März 2008 um 16:44
Das vorgestellte Museum liegt in der Nähe von Eberswalde nordöstlich von Berlin und ist auf einem ehemaligen russischen Fluplatz beheimatet. Laut Eigenwerbung ist es die größte luftfahrthistorische Sammlung in den Neuen Bundesländern.
Zu erreichen ist das Museum sehr leicht über die A11 vom Berliner Ring aus, wie auf der Anfahrtsskizze dargestellt. Im ort ist das Museum sehr gut ausgeschildert und ohne Probleme zu finden.
Nun zum Museum an sich. Wenn man das Gelände betritt, entsteht ein erster Eindruck, der leider im Laufe der Besichtigung nur partiell revidiert wird: Der übliche "Russenschrott" steht herum: Das Auge fällt zunächst auf ein halbes Dutzend MiG-21 und -23 in verschiedenen Stadien der Verwesung; leider in vielen Museen (nicht nur im Osten) ein vertrauter Anblick.

Aber, um das gleich zu erwähnen, mit begrenzen finanziellen und personellen Mitteln ausgestattet, können die Museen meist nichts für solche Zustände. Im Gegenteil, viel Herzblut, Zeit und Arbeit wird investiert, um die Exponate wenigstens halbwegs in Schuss zu halten.
Neben den Außenexponaten sind einige kleinere Ausstellungen in den ehemaligen Sheltern untergebracht. Es gibt z.B. eine kleine Hubschrauber-Sammlung mit einer Alouette II der Heeresflieger und einer Ka-26 und ein Shelter mit verschiedenen Flugmotoren.

Ein Shelter dient als Ausstellungsraum zum Zweiten Weltkrieg. Neben einer Flak und Motoren aus Bodenfunden sind dort zwei Wracks im originalen Fundzustand ausgestellt. Zum einen eine IL-2 und zum anderen eine fw 190 des JG 11. Letztere wurde vor einigen Jahren samt Pilot aus einem Teich geborgen. Die Überreste der Maschine sind nun im Museum zu besichtigen.
Zurück im Außengelände warten dann noch einige seltene Flugzeugtypen. Da wäre ein Bomber vom Typ Jak-28, der einen sehr aggressiven Eindruck macht. Auch ein Transporter vom Typ Il-14 und eine Tu-134 der "Interflug" sind zu besichtigen.

In den Hauptausstellungsräumen wird die Geschichte des Flugplatzes seit dessen Gründung anhand von Schautafeln, Modellen und kleineren Exponaten dargestellt. Da auf dem Platz im Zweiten Weltkrieg z.B. das "Geheimgeschwader" KG 200 gelegen hat, ist der Teil der Ausstellung sehr interessant. Auch die Einordnung der Rolle des Platzes in den Kalten Krieg ist überraschend umfangreich.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass das Museum sicherlich nicht an Highlights wie Hermeskeil herankommt, aber im Rahmen des Möglichen doch einiges geboten wird. Wenn man mal in der Nähe ist, kann ein Besuch nicht schaden. Vergleichbar ist es z.B. mit dem Flugplatzmuseum in Cottbus.
Homepage des Museums: www.luftfahrtmuseum-finowfurt.de
Datum: 21. März 2008 16:44 Uhr


























I/JG11_Jake, am 22. März 2008 um 13:59 Uhr
Warst Du etwa vor Ort Du Schlauschlumpf?Hättste ja ma vorbeikommen können uffn Kaffe :)
Ich war auch mal da, betreffs der Geschichte des JG11.
Der Museumsleiter war echt super und hat mir enorm weitergeholfen.
dochiq, am 22. März 2008 um 14:54 Uhr
War Anfang der Woche da.
Ja, hab kurz dran gedacht, aber ich wusste nicht, ob du noch bei den Eidgenossen rumlungerst oder schon zu Hause bist. Beim nächsten Mal, bin ja recht oft da drüben :-)
Stimmt, zum JG 11 waren einige interessante Sachen da. Ist halt schade, dass da draußen die Flugzeuge vor sich hinrosten, aber es geht wohl leider nicht anders.