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Museumsvorstellung: Luftfahrtmuseum Laatzen

Geschrieben von dochiq am 12. Januar 2008 um 23:52

 

 

LaatzenLuftfahrtmuseum Laatzen

 

Im Jahre 1992 gegründet, hat sich das Museum zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Luftfahrt mit interessanten und teils einzigartigen Exponaten darzustellen. Es wird mit großem Engagement von seinem Gründer Günter Leonhardt und einem Förderverein betrieben.  

Sehr verkehrsgünstig in der Nähe der Messe Hannover-Laatzen gelegen, bietet das Luftfahrtmuseum einen eindrucksvollen Einblick in über 100 Jahre Luftfahrtgeschichte. Die geschieht nicht nur durch die vielen ausgestellten Flugzeuge, sondern ebenso durch zahlreiche Modelle, Bilder und vor allem Kleinexponate vom Propeller bis zur Fliegeruhr.

Aufgebaut ist das Museum in etwa chronologisch: Am Eingang sieht man sich den Anfängen der Fliegerei in Form der ersten Ballons und Gleitflieger gegenüber. FokkerDann kommt auch schon der Erste Weltkrieg in Form von Nachbauten einer Fokker E-III und dem berühmten Dreidecker Fokker DR.I. Schon hier gibt es viele Schaukästen mit Modellen, so dass man auch einen Eindruck von den Flugzeugtypen dieser Zeit bekommt, die nicht in voller Größe im Museum ausgestellt sind. 

Die Ausstellung setzt sich mit der Zwischenkriegszeit fort. Dieser Teil glänzt nicht nur durch einen Nachbau der "Spirit of St. Louis", sondern auch durch einige Autos aus dieser Zeit. So bekommt man einen schönen Eindruck von der Entwicklung der Verkehrsmittel in dieser Zeit. Dies wird noch durch eine Darstellung des aufkommenden zivilen Luftverkehrs verstärkt.

Doch schon bald ist es mit der friedlichen Nutzung des Flugzeuges wieder vorbei und wir landen mitten im Zweiten Weltkrieg. Dieser nimmt im Museum sehr großen Raum ein. Begonnen mit unzähligen Modellen der eingesetzten Flugzeuge, über zahlreiche Kleinexponate bis hin zu den Glanzsstücken der Ausstellung: Messerschmitt Bf 109, Focke-Wulf fw 190 und spitfire im Original. Im Falle der letzten beiden ist das einmalig für ein deutsches Museum. Somit hat das wirklichen Seltenheitswert und ist alleine schon deswegen einen Besuch wert.Fw 190

Dieser Bereich wird auch wieder abgerundet durch zahlreiche Bilder, Bücher und anderweitige Exponate zum Thema. Besonders zu erwähnen ist noch ein Flakgeschütz mit dem Kaliber 88mm und die Darstellung der Bergung einiger Ju 52 aus einem See bei Narvik (Die Ju 52 beim LTG 62 in Wunstorf und im Junkersmuseum in Dessau stammen von dort). Ein besonderes "Schmankerl" ist der "Wohnwagen" von "Edu" Neumann, Kommandeur der I./JG 27, aus dem Afrikafeldzug.

Insgesamt nimmt der Zweite Weltkrieg einen großen Teil des Museums ein und viele Vitrinen und Schautafeln verdeutlichen das Leben (und Sterben) der Piloten. 

Auch die Nachkriegszeit ist durch einige ausgestellte Luftfahrtzeuge vertreten. Neben dem obligatorischen Starfighter - mein persönlicher Eindruck ist, dass jede "Hundertvier", die nicht abgestürzt ist, heute in einem Museum stehen muss. Anders kann ich mir die Omnipräsenz dieses Musters in deutschen Luftfahrtmuseen nicht erklären - gibt es eine Alouette II der Heeresflieger und eine sowjetische MiG-15.F-104 Persönlich sehr interessant finde ich eine Wand mit zahlreichen Verbandswappen der Bundesluftwaffe und der Heeresflieger; vor allem, wenn man sich vor Augen hält, wie wenige dieser Verbände noch existieren.

Den Abschluss der Ausstellung bildet eine Triebswerkssammlung, in der z.B. ein Jumo 004 zu besichtigen ist.

Insgesamt ist ein Besuch des Museums immer zu empfehlen. Allerdings sollte man wissen, dass der Schwerpunkt ganz klar auf der militärischen Luftfahrt liegt. Auch ist zu sagen, dass die Ausstellung teilweise etwas gedrängt wirkt, was vor allem das Fotografieren einiger Großexponate schwierig macht. Eine größere Ausstellungsfläche wäre nicht schlecht, ist aber aufgrund der schlechten finanziellen Situation des Museumsvereines nicht zu erwarten. Zudem ist das nur ein zweitrangiger Mangel und so bleibt überwiegend ein positiver Eindruck zurück. Man merkt an jeder Stelle, dass die Sammlung mit viel Engagement und Leidenschaft zusammengestellt wurde bzw. gepflegt wird. 

Die Homepage des Museums ist hier zu finden: http://www.luftfahrtmuseum-hannover.de/

Anmerkung: Bilder und Eindrücke enstanden beim Besuch einer StG 2-Abordnung im September 2006.  

News
Autor: dochiq
Datum: 12. Januar 2008 23:52 Uhr

Airway, am 13. Januar 2008 um 20:10 Uhr

Ich mag das Museum auch sehr! War jetzt schon öfter dort und der Eindruck hat sich gefestigt.

Wegen seiner Atmosphäre und natürlich auch wegen der schönen und gepflegten Exponate.

dochiq, am 14. Januar 2008 um 19:50 Uhr

Kann ich nur zustimmen, vor allem im Hinsicht auf einige andere Museen, die zwar viel mehr Großexponate besitzen, aber weder die Manpower, noch die finanziellen Möglichkeiten haben, diese auch zu pflegen und zu erhalten. Und wenn es dann noch ein Freiluftmuseum ist, dann rostet und gammelt alles schön vor sich hin...

Da finde ich Laatzen doch deutlich besser - zwar nicht so viele Flugzeuge, aber dafür in sehr gutem Zustand und schön präsentiert.

 

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